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Mieterhöhung 2026: Wann ist sie rechtmäßig, wie viel ist erlaubt?

Als Vermieter eine Mieterhöhung durchsetzen — aber wie und wie viel ist erlaubt? Kappungsgrenze, Mietpreisspiegel, Indexmiete: Die wichtigsten Regeln für 2026.

Mieterhöhung 2026: Wann ist sie rechtmäßig, wie viel ist erlaubt?

Mieterhöhung — was Vermieter dürfen und was nicht

Eine Mieterhöhung ist kein einfacher Anruf. Das Mietrecht schützt Mieter umfassend — und Fehler beim Erhöhungsverfahren machen die Erhöhung unwirksam. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie als Vermieter rechtssicher vorgehen.

Die 3 Wege zur Mieterhöhung

Mieterhöhung 2026: Wann ist sie rechtmäßig, wie viel ist erlaubt?

Weg 1: Vergleichsmiete / ortsübliche Miete (§ 558 BGB)

Der häufigste Weg. Voraussetzungen:

  • Miete darf nicht in den letzten 12 Monaten erhöht worden sein
  • Mieterhöhung darf die ortsübliche Vergleichsmiete nicht übersteigen
  • Kappungsgrenze: Max. 20 % in 3 Jahren (in angespannten Märkten: 15 %)

Begründung: Mietspiegel, Mietdatenbank, Gutachten oder 3 Vergleichswohnungen.

Weg 2: Indexmiete (§ 557b BGB)

Miete ist an den Verbraucherpreisindex (VPI) gekoppelt. Steigt der Index, darf die Miete entsprechend steigen — ohne weitere Begründung. Vorteil: einfach, automatisch. Nachteil: Mieter muss dem Prinzip zustimmen (muss im Mietvertrag vereinbart sein).

Weg 3: Staffelmiete (§ 557a BGB)

Im Mietvertrag vereinbarte, regelmäßige Erhöhungen in festem Rhythmus (z. B. alle 2 Jahre +5 %). Klare Planbarkeit für beide Seiten. Vorteil: keine nachträgliche Begründungspflicht. Nachteil: Auch Erhöhungen, die über Marktmiete liegen, können problematisch werden.

Mieterhöhung nach Modernisierung (§ 559 BGB)

Wenn Sie die Wohnung modernisieren (nicht nur instandsetzen!), dürfen Sie 8 % der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete umlegen.

Beispiel: Neue Heizung kostet 15.000 €. Umlage: 1.200 €/Jahr = 100 €/Monat zusätzliche Miete. Deckelung: Die Miete darf durch Modernisierungsmieterhöhungen in 6 Jahren maximal um 3 €/m² steigen (bei unter 7 €/m² Ausgangsmiete: max. 2 €/m²).

Formale Anforderungen an das Erhöhungsschreiben

  • Schriftlich (handschriftlich oder per E-Mail wenn Mieter E-Mail akzeptiert)
  • Zustimmungsforderung (Mieter muss zustimmen!)
  • Neue Miete klar benennen
  • Begründung: Mietspiegel mit konkreten Werten, oder 3 Vergleichswohnungen
  • Wirksam ab: Frühestens 2 Monate nach Zugang beim Mieter

Was tun, wenn der Mieter nicht zustimmt?

Mieter haben 2 Monate Zeit zur Zustimmung. Stimmt der Mieter nicht zu, müssen Sie ihn auf Zustimmung klagen (keine automatische Erhöhung). Klagefrist: 3 Monate nach Ablauf der Zustimmungsfrist. Nach gewonnenem Urteil: Mieterhöhung rückwirkend ab dem ursprünglichen Termin.

Mietpreisspiegel — welche gibt es?

ArtBedeutungWo erhältlich
Qualifizierter MietspiegelNach anerkannten Grundsätzen erstellt — bevorzugt von GerichtenGemeinde, Mieterverein
Einfacher MietspiegelWeniger strenge Methodik — auch anerkanntGemeinde
MietdatenbankAlternative, wenn kein Mietspiegel existiertIHK, Vermieterverbände

Checkliste: Rechtssichere Mieterhöhung

  • 12-Monatsfrist seit letzter Erhöhung einhalten
  • Kappungsgrenze prüfen (20 % in 3 Jahren, ggf. 15 %)
  • Mietspiegel oder Vergleichswohnungen als Begründung
  • Schriftliches Erhöhungsschreiben mit allen Pflichtangaben
  • Zustellnachweis sichern (Einschreiben)
  • 2-Monats-Frist abwarten
  • Bei Nichteinigung: Zustimmungsklage innerhalb von 3 Monaten

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