Ratgeber

Baugenehmigung beantragen: Ablauf, Dauer und was oft schiefgeht

Eine Baugenehmigung zu bekommen ist oft aufwendiger als erwartet. Wir zeigen, was geprüft wird, wie lange es dauert und wie man typische Fehler vermeidet.

Baugenehmigung beantragen: Ablauf, Dauer und was oft schiefgeht

Die Baugenehmigung ist der offizielle Startschuss für jeden größeren Bau- oder Umbau. Ohne sie riskieren Sie Bußgelder und sogar Abrissanordnungen. Doch viele Bauherren unterschätzen den Aufwand und die Dauer.

Wann brauchen Sie eine Baugenehmigung?

Baugenehmigung beantragen: Ablauf, Dauer und was oft schiefgeht
  • Neubau jeder Art
  • Umbau mit strukturellen Veränderungen (Wände entfernen, Gauben, Anbau)
  • Nutzungsänderungen (z.B. Lager zu Wohnung)
  • Dachausbau (fast immer genehmigungspflichtig)
  • Carports und Garagen (je nach Bundesland und Größe)

Genehmigungsfreiheit: Kleine Schuppen, Terrassenüberdachungen unter einer bestimmten Größe — je nach Bundesland unterschiedlich. Immer beim Baurechtsamt nachfragen!

Der Bauantragsablauf

  1. Voranfrage / Bauvoranfrage: Klärung grundlegender Fragen vorab (freiwillig, aber empfehlenswert)
  2. Bauunterlagen zusammenstellen: Bauzeichnungen, Lageplan, Berechnungen, Baubeschreibung
  3. Einreichung beim Baurechtsamt: Meist über den beauftragten Architekten (der muss bauvorlage-berechtigt sein)
  4. Nachbarbeteiligung: Unterschriften der Nachbarn oder förmliche Beteiligung
  5. Prüfung: Baurechtsamt prüft auf Übereinstimmung mit B-Plan, Landesbauordnung, DIN-Normen
  6. Genehmigung oder Ablehnung: Mit schriftlichem Bescheid

Wie lange dauert es?

VerfahrensartTypische Dauer
Vereinfachtes Verfahren (Wohnhäuser)4–8 Wochen
Normales Genehmigungsverfahren3–6 Monate
Großprojekte / Sonderbauten6–18 Monate
Nachbarwiderspruch / Klageverfahren1–3 Jahre

In Großstädten sind die Baurechtsämter oft überlastet — Verzögerungen von 6–12 Monaten keine Seltenheit.

Typische Fehler und Verzögerungsgründe

  • Unvollständige Unterlagen — Nachforderungen verlängern das Verfahren
  • Bauzeichnungen nicht maßstabsgetreu oder unklare Baubeschreibung
  • Fehlende Nachbarunterschriften — besonders bei Grenzbebauung
  • Abweichung vom Bebauungsplan ohne Antrag auf Befreiung
  • Falscher Ansprechpartner — Architekt muss bauvorlage-berechtigt sein

Was kostet eine Baugenehmigung?

Die Gebühren richten sich nach den Baukosten — meist 0,5–1 % der genehmigten Bausumme. Bei einem 400.000 € Einfamilienhaus also 2.000–4.000 € Genehmigungsgebühr, plus Architektenleistung für die Unterlagen (LPH 4).

Lesen Sie: Architekt beauftragen | Bebauungsplan verstehen

Teilen: