Was wir mit Sicherheit wissen

Marktprognosen sind keine Kristallkugel — aber bestimmte strukturelle Fakten lassen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ableiten. Wie wir in unserer Marktprognose 2026 beschrieben haben, haben sich viele der damaligen Einschätzungen bestätigt.
Drei Szenarien für 2027
Szenario 1: Sanfte Erholung (Wahrscheinlichkeit: 55 %)
- EZB senkt Leitzins weiter auf 2,5–2,75 %
- Bauzinsen fallen auf 3,2–3,5 %
- Kaufpreise steigen moderat +3–5 % in A-Lagen
- Mieten steigen +4–6 % (Angebot bleibt knapp)
- Investoren kehren auf den Markt zurück
Szenario 2: Stagnation (Wahrscheinlichkeit: 30 %)
- Zinsen bleiben um 3,8–4,2 %
- Kaufpreise seitwärts ±2 %
- Mieten steigen +3–4 %
- Wenig Neubau, wenig Transaktionen
Szenario 3: Neuer Rückgang (Wahrscheinlichkeit: 15 %)
- Neue Inflationswelle, EZB erhöht wieder
- Rezession, steigende Arbeitslosigkeit
- Kaufpreise −5 bis −10 % in B/C-Lagen
- Mietmarkt bleibt stabil (Nachfrage sinkt langsam)
Was strukturell für steigende Preise spricht
- Wohnungsmangel: 500.000–700.000 Wohnungen fehlen strukturell
- Neubau bricht weiter ein: 2024 nur noch 230.000 Fertigstellungen (Ziel: 400.000)
- Zuwanderung: Deutschland braucht Arbeitskräfte — Nachfrage bleibt
- Energetische Anforderungen: Altbauten werden teurer (GEG) → Neubau-Aufwertung
Was gegen starke Preissteigerungen spricht
- Demografischer Wandel: Ab 2030 deutlich weniger Haushalte in bestimmten Regionen
- Homeoffice: B/C-Lagen profitieren, A-Lagen verlieren Alleinstellungsmerkmal
- Sinkende Kaufkraft: Reale Einkommen stagnieren, Mietleistbarkeit sinkt
Regionale Prognose 2027
| Region | Kaufpreis-Trend | Miet-Trend |
|---|---|---|
| München, Frankfurt, Hamburg | +3–6 % | +5–8 % |
| Berlin, Köln, Stuttgart | +2–4 % | +4–6 % |
| Nürnberg, Dresden, Leipzig | +3–5 % | +4–7 % |
| B-Städte (Hannover, Karlsruhe) | +1–3 % | +3–5 % |
| Ländlicher Raum (strukturschwach) | −2–+1 % | +1–2 % |