Eine Photovoltaikanlage auf dem Eigenheim war lange ein Nischen-Thema. 2026 ist sie für viele Eigentümer wirtschaftlich interessant — dank gesunkener Modulpreise, höherer Stromkosten und verbesserter Förderbedingungen. Aber nicht für jeden lohnt sie sich gleich.
Was kostet eine PV-Anlage 2026?
| Anlagengröße | Kosten (inkl. Installation) | Jahresstrom | Amortisation |
|---|---|---|---|
| 5 kWp (Kleines Dach) | 6.000–9.000 € | 4.500–5.500 kWh | 8–12 Jahre |
| 10 kWp (Mittelgroß) | 10.000–16.000 € | 9.000–11.000 kWh | 8–11 Jahre |
| 15 kWp (Großes Dach) | 14.000–22.000 € | 13.000–16.000 kWh | 9–12 Jahre |
| + Speicher (10 kWh) | 6.000–12.000 € extra | +15–25 % Eigenverbrauch | +3–5 Jahre |
Einspeisevergütung 2026

Die Einspeisevergütung nach EEG 2023 für neue Anlagen (Stand 2026):
- Anlagen bis 10 kWp: ca. 8,1 Cent/kWh (Volleinspeisung) oder 12,9 Cent/kWh (Überschusseinspeisung)
- Anlagen 10–40 kWp: ca. 7,0–8,0 Cent/kWh
- Vergütung für 20 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert
Da der Haushaltsstrompreis bei 30–35 Cent/kWh liegt, ist der Eigenverbrauch viel wertvoller als die Einspeisung.
Wann rechnet sich PV besonders gut?
- Hoher Eigenverbrauch durch E-Auto, Wärmepumpe oder Heimspeicher
- Südausrichtung des Daches, Neigung 25–35°, wenig Verschattung
- Eigenes Dach in gutem Zustand (kein Dachsanierungsbedarf in den nächsten 10 Jahren)
- Strombedarf über 4.000 kWh/Jahr im Haushalt
Wann rechnet es sich weniger gut?
- Norddach oder stark verschattetes Dach
- Dachsanierung steht bevor (Anlage muss dann ab- und wieder aufgebaut werden)
- Niedriger Eigenverbrauch (nur tagsüber wenig zuhause)
- Wohneigentum in Wohnungseigentümergemeinschaft (Zustimmung der WEG nötig)
Steuerliche Behandlung seit 2023
Seit dem Jahressteuergesetz 2022 gilt für PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern (ab 2023):
- Einkommensteuer: Null — kein Gewerbebetrieb mehr, keine Steuerpflicht auf Einnahmen
- Umsatzsteuer: Nullsteuersatz beim Kauf — keine Mehrwertsteuer auf Anschaffung
Das vereinfacht die Bürokratie enorm und macht PV für Privathaushalte noch attraktiver.
Checkliste: PV-Anlage planen
- ☑ Dachzustand und Südausrichtung prüfen (ggf. Statiker)
- ☑ Strombedarf analysieren (12-Monats-Abrechnung)
- ☑ Mindestens 3 Angebote von Fachbetrieben einholen
- ☑ Netzbetreiber kontaktieren (Netzanschluss anmelden)
- ☑ Marktstammdatenregister eintragen (Pflicht!)
- ☑ Versicherung anpassen (Gebäudeversicherung PV einschließen)