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Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Immobilienkauf?

Wie viel Eigenkapital ist nötig für den Hauskauf? Daumenregeln, Rechenbeispiele und Tipps, wenn das Eigenkapital knapp ist. Aktuelle Empfehlungen 2026.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Immobilienkauf?

Die häufigste Frage von Immobilienkäufern: Wie viel Eigenkapital brauche ich? Die Antwort ist nicht ganz einfach — denn sie hängt von Kaufpreis, Zinsniveau, persönlicher Situation und der Bank ab. Wir geben Ihnen klare Richtwerte und erklären, was Sie bei knappem Eigenkapital tun können.

Die Faustregel: Mindestens 20 % Eigenkapital

Als Standardempfehlung gilt: Mindestens 20 % des Kaufpreises sollten aus Eigenkapital bestehen — plus die Kaufnebenkosten. Die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) betragen je nach Bundesland 8–15 % des Kaufpreises und sollten idealerweise vollständig aus Eigenkapital finanziert werden.

Eine praktische Formel:

Benötigtes Eigenkapital = Kaufnebenkosten (10–15 %) + 20 % des Kaufpreises

Rechenbeispiel

Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Immobilienkauf?
PositionBetrag
Kaufpreis350.000 €
Grunderwerbsteuer (6,5 % in NRW)22.750 €
Notar + Grundbuch (2 %)7.000 €
Maklercourtage (3,57 %)12.495 €
Gesamte Kaufnebenkosten42.245 €
20 % des Kaufpreises als Mindest-EK70.000 €
Gesamt benötigtes EK (Empfehlung)112.245 €

Warum 20 % Eigenkapital empfohlen werden

Mit 20 % Eigenkapital (bezogen auf den Beleihungswert) vermeiden Sie die sogenannte "Risikoprämie" der Banken. Bei weniger als 20 % Eigenkapital verlangen Banken oft höhere Zinsen, weil das Risiko für sie steigt. Der Unterschied kann 0,3–1,0 % Zinsen ausmachen — auf 200.000 € Kredit über 20 Jahre sind das 12.000–40.000 € mehr Gesamtkosten.

Was zählt als Eigenkapital?

  • Ersparnisse auf Giro-, Tages- und Festgeldkonten
  • Wertpapiere (Aktien, ETFs, Fonds — beachten Sie Kursrisiken)
  • Zuteilungsreifes Bausparguthaben
  • Lebensversicherungen (Rückkaufswert)
  • Eigenleistungen (Muskelhypothek) — bis ca. 10–15 % des Beleihungswerts
  • Schenkungen oder Darlehen von Familie
  • Vorhandene Immobilien (wenn beleihbar)

Was nicht als Eigenkapital zählt: Laufende Kreditlinien, Kontoüberzüge, ungesichertes Fremdkapital.

Kann man mit weniger als 20 % kaufen?

Ja — aber mit Einschränkungen. Viele Banken finanzieren bis zu 90 % des Kaufpreises (10 % EK), manche sogar bis 100 % (Vollfinanzierung). Das ist jedoch mit deutlich höheren Zinsen verbunden und setzt ein sehr stabiles, hohes Einkommen voraus.

EK-AnteilBeleihungsauslaufTypischer Zinsaufschlag
30 %+70 %Bestkonditionen
20–30 %70–80 %0,1–0,3 % Aufschlag
10–20 %80–90 %0,3–0,7 % Aufschlag
< 10 %90–100 %0,7–1,5 % Aufschlag
0 % (Vollfinanzierung)100 %+Nur bei Top-Bonität

Tipps zum Eigenkapital aufbauen

  • Sparquote erhöhen: Monatlicher Sparplan — jeder Euro zählt
  • ETF-Sparplan: Bei 5–10 Jahren Zeithorizont deutlich mehr Rendite als Tagesgeld
  • Bausparvertrag: Staatliche Wohnungsbauprämie nutzen
  • Arbeitnehmer-Sparzulage: Wenn Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt
  • KfW-Förderung: Wohneigentumsprogramm mit zinsgünstigen Darlehen
  • Familie fragen: Schenkungen sind bis 400.000 € (Kinder) alle 10 Jahre steuerfrei

Fazit

Mindestens 20 % Eigenkapital plus die vollständigen Kaufnebenkosten sind die sicherste Ausgangsbasis für eine Immobilienfinanzierung. Weniger ist möglich, aber teurer und riskanter. Nutzen Sie unseren Immobilienwert-Rechner und die Kaufnebenkosten-Berechnung, um Ihren konkreten Eigenkapitalbedarf zu ermitteln. Mehr zur Vollfinanzierung finden Sie in unserem Artikel Immobilienkauf ohne Eigenkapital.

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